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Südafrika

28.10. - 20.11 2019

Unsere geplante Route:

Kapstadt - Clanwilliam - Springbok - Augrabies - Kgalagadi Transfrontier Park - Namibia und an der Westküste zurück über die Winelands nach Kapstadt

16.11.2019

Nach der Besichtigung des Leuchtturms schauen wir raus aufs Meer. Etwas weiter weg sehen wir mindestens 10 - 12 Wale im Kreis schwimmen, der Kreis wird immer enger, wahrscheinlich treiben sie einen Fischschwarm in die Enge. Wir sehen anhand der Schwanzflossen wie sie abtauchen und danach wieder auftauchen und nach Luft schnappen. Vogelschwärme ziehen immer wieder über den Walen, auch sie wollen von den Fischen profitieren. Wie wir später erfahren, ist es tatsächlich so. Wale tauchen in Gruppen 20 bis 25 Meter in die Tiefe, um Fischschwärme mit ihren geblubberten Luftblasen zu verwirren und wie in einem unsichtbaren Netz zusammenzutreiben. Vorher schlagen sie mit der Unterseite ihrer Schwanzflosse auch noch kräftig auf die Wasseroberfläche. Das macht mächtig Krach und irritiert die Beutetiere zusätzlich.

In Langebaan besuchen wir trotz des sehr bewölkten Wetters den West Coast National Park. Dies ist eines der größten Naturreservate an der südafrikanischen Küste und umschließt die Lagune von Langebaan. Es ist ein wichtiger Lebensraum für über 250 Vogelarten. Im Frühling kommen viele Zugvögel aus Europa hierher.

Wir fahren wieder weg von der Küsten in den kleinen Ort Tulbagh, der auf drei Seiten von hohen Bergen umgeben ist. Hier gefällt es uns ausgesprochen gut, viele weißgetünchte Häuser im kapholländischen Stil, davor violett-blau blühende Jacaranda-Bäume. Die Church Street ist ein kompletter Straßenzug, der mit all seinen Häusern unter Denkmalschutz gestellt wurde. In 1969 zerstörte ein Erdbeben einen Großteil der Häuser. Alle Häuser wurden originalgetreu wieder aufgebaut. Hier ist außerdem eine weitere Weinregion. Natürlich besuchen wir einige Weingüter und testen die Weine.

Wir nehmen Abschied von Tulbagh und fahren Richtung Ceres und weiter über den Bain’s Kloof Pass nach Paarl. Bevor wir unsere Unterkunft erreichen, nehmen wir an einer Kellereibesichtigung beim bekannten Weingut Nederburg teil. Und natürlich auch an einer Weinprobe. Unsere Unterkunft das „De Leeuwenhof Hotel“ ist nur 3 km entfernt. Links und rechts neben der Einfahrt wachsen die zum Hotel gehörenden Guavenbäume, denn es ist nicht nur Hotel, sondern auch Bauernhof. Unser Zimmer ist im ehemaligen Pferdestall Nr. 4 untergebracht.

Am nächsten Morgen kommen wir in den Genuss einer Privatführung in der größten Winzergenossenschaft der Welt, der KWV. Beeindruckend ist insbesondere die Kathedrale genannte große Halle mit den riesigen alten Weinfässern.

Über Franschhoek und den Theewaterskloofdam kommen wir in Kleinmond an die Küste. Hier haben wir für 2 Nächte ein kleines Häuschen gebucht.

11.11.2019

Über Außenkehr gelangen wir an den Oranje, wo wir direkt am Flussufer die Landschaft genießen. Diese Strecke sind wir damals auf unserer großen Namibia-Tour weiter Richtung Westen gefahren. Die Traubenfelder sind mittlerweile stark ausgeweitet worden. Die Plantagen sind riesig. Auf Asphaltstraße geht es weiter zu unserer Unterkunft. Von unserem Cottage haben wir einen wunderbaren Blick auf den Oranje. Unten stehen Angler im Fluss, der zurzeit sehr wenig Wasser führt.

Jetzt heißt es wieder ausreisen aus Namibia, dann über die Brücke vom Oranje fahren und wieder einreisen nach Südafrika. Das ganze dauert eine gute halbe Stunde. Wir kommen wieder durch Springbok und müssen die bekannte Strecke der N7 fahren, bevor wir rechts abbiegen und nach einem Stück Schotterpiste in Strandfontein das Meer erreichen. Hier weht eine frische Brise, ein willkommene Abkühlung nach dem heißen und trockenen Namibia.

Da am Sonntag die Tankstelle geschlossen hat, müssen wir einen Umweg fahren über Klawer zur N7, denn bis nach Paternoster schaffen wir es nicht mehr. Und wer weiß, ob wir sonst in den kleinen Orten irgendwo zum Sonntag eine Tankstelle finden. Zwischendurch halten uns einige Baustellen auf. Unser heutiges Ziel ist Paternoster, eines der ältesten Dörfer an der Westküste Südafrikas. Die kleinen weiß gestrichenen Häuser sind im kapholländischen Stil. Der Ort lebt vom Fischfang. Jedoch beginnt die Hummersaison erst Ende November, aber auch der Klippfisch und Seehecht ist hervorragend. In den Sommermonaten verbringen viele ihre Wochenenden in ihren Ferienhäusern. Etwas außerhalb steht der Cape-Calumbine-Leuchtturm. Er wurde 1936 erbaut und ist einer der wichtigsten Orientierungspunkte für Schiffe an der Westküste Südafrikas.

10.11.2019

Die ersten 150 km nach der Torgos Lodge sind sehr eintönig. Erst als wir Richtung Keetmannshoop und zum Giants Playground und dem größten zusammenhängenden Köcherbaumwald kommen wird es bergiger und interessanter. Wir legen einen Stopp am Canyon Roadhouse ein. Hier stehen im Garten und im Restaurant zahlreiche alte Autos. Die alte Tankstelle ist zur Bar umfunktioniert. 20 km weiter ist die Canyon Lodge von der Straße kaum zu erkennen, erst bei näheren Hinsehen kann man die Bungalows entdecken. Wir bekommen einen Bungalow, der direkt in den Felsen gebaut ist. Das Badezimmer mit Badewanne ist über 5-6 Stufen sozusagen im Keller zu erreichen. Das erweist sich im Nachhinein als sehr unpraktisch, zumal wenn man nachts mal aufstehen muss. Auf dem Rückweg vom Restaurant zu unserem Bungalow begegnen uns zahlreiche Oryxe, die auf dem Rasen grasen. Und ein Stück weiter Richtung Felsen haben sie ihren Übernachtungsplatz.

Am nächsten Morgen fahren wir die 20 km zum Fish-River-Canyon. Die Aussichten sind wieder grandios. Unten schlängelt sich der Fish River 460 Meter unterhalb von uns, sofern man überhaupt davon sprechen kann, denn er führt unheimlich wenig Wasser, wird immer wieder von Felsen durchbrochen. Wir können uns nicht satt sehen und brechen erst nach 4 Stunden wieder auf. Mittlerweile sind wir ganz allein hier.

In der Canyon Lodge schließen wir uns am Abend der Sundowner Tour auf den Felsen an und können die komplette Anlage von oben betrachten.

Wir fahren weiter nach Ai-Ais. Die Straße dorthin schlängelt sich durch tiefe Schluchten und grandiose Landschaften. In dem Hotelkomplex mit den Thermalquellen ist uns bei 36 °C im Schatten nicht nach einem Bad in dem bis zu 65 °C heißen Wasser. Uns genügt ein kühles Getränk. Schließlich wollen wir heute noch bis zum Oranje River weiterfahren.

07.11.2019

Über Upington fahren wir weiter Richtung Kgalagadi Nationalpark. Am Eingang müssen wir uns anmelden und am nächsten Schalter aus Südafrika ausreisen, denn wir wollen ja in Mata Mata über die Grenze nach Namibia fahren. Und noch eine 3. Kontrolle mit Nachweis der Fahrzeugpapiere und Registrierung der Fahrer.

An der Tankstelle lassen wir den Reifendruck auf 1,6 Bar ab. Dann sehen wir unendlich viele Gnus und Oryxe und gleich zwei Löwen. Als nächstes zieht eine Straußenherde vorbei und immer wieder Springböcke. Ein paar Kilometer weiter entdecken wir in einiger Entfernung den Geparden mit seiner Beute unter einem Baum. Er hat eine Eland-Antilope gerissen.

Bevor wir das Camp verlassen, geht es früh morgens nochmal los zum Gamedrive . Zuerst sehen wir nur einen Löwen, der unter einem abgestorbenen Baum liegt und döst. Ringsherum stehen mindestens 8 Autos, die ihn beobachten. Als wir eine bessere Position ergattern, sehen wir, dass der Löwe eine Eland-Antilope gerissen hat und diese akribisch bewacht. Doch dann wird es ihm unter dem abgestorbenen Baum, der kaum Schatten wirft, zu heiß. Er geht ca. 100 m weiter in den Schatten. Er hat aber nicht mit den Coyoten gerechnet. Sie wollen ihm seine Beute streitig machen und kommen immer näher heran. Das lässt sich der Löwe jedoch nicht gefallen und kommt wieder angerannt und vertreibt die Coyoten. Nun muss er sich wieder in den wenigen Schatten legen. Das Spiel geht dann noch 2 x so weiter, bis er resigniert und in der Hitze liegen bleibt.

Wieder in Mata Mata tanken wir und erledigen die Formalitäten zur Ausreise nach Namibia. Unsere nächste Unterkunft, die Torgos Lodge, ist nur 8 km entfernt ist. Und auch diese Lodge liegt am Trockenfluss Auob-River, der zuletzt im Jahr 2000 Wasser geführt hat. Hier wollen wir einen Tag die Seele baumeln lassen. Heute ist der Rekord gebrochen, das Thermometer zeigt 40 °C. Der kleine Swimmingpool ist eine willkommene Erfrischung. Dort kann man es aushalten und wir planen unser Weiterfahrt Richtung Fish River Canyon.

01.11.2019

Nach einem kurzen Rundgang durch Springbok geht es auf die Straße N 14 Richtung Osten. 300 km eintönige Landschaft, fast immer schnurgeradeaus, nur ab zu eine Kurve und ein paar Hügel links und rechts. Bevor wir zum Augrabies Rest Camp fahren, tanken wir noch einmal in Kakamas und kaufen beim Spar Supermarkt ein. Die Landschaft hier hat sich komplett gewandelt, alles grün, Weinreben, die vom Oranje Fluss gewässert werden, ebenso wie Citrusfrüchte. 8 km fahren wir zurück zum Abzweig nach Augrabies. Am Eingangstor zum Nationalpark bekommen wir unser Permit. Von der Rezeption des Restcamps führt ein Fußweg über Stege zum Wasserfall. In brütender Hitze, 37 Grad, gehen wir zum ersten Aussichtspunkt. Jetzt sind wir zum 2. Mal am Oranje, doch dieses Mal auf der südafrikanischen Seite. Denn etwas weiter westlich ist er der Grenzfluss zu Namibia. Auf unserer Reise damals durch Namibia sind wir am Oranje entlang gefahren. Zur Regenzeit führt der Oranje natürlich erheblich mehr Wasser, deshalb ist es jetzt nur sehr wenig, das in die Tiefe stürzt. Zwischen den Felsen gibt es mehrere Aussichtspunkte, die alle über Stege verbunden sind. Jetzt ist noch genügend Zeit für eine Pirschfahrt. Als erstes müssen wir 3 Wasserfurten durchfahren. Mit einem normalen Pkw hätten wir schon Bedenken gehabt. Und tatsächlich: Wir sehen die ersten Giraffen und Oryxe. Und uns erwartet noch einmal eine spektakuläre Aussicht auf den Oranje, bevor wir uns auf den Rückweg machen. Das Tor wird pünktlich um 19:30 Uhr geschlossen. Im Restaurant sind wir die einzigen Gäste, die anderen wenigen Gäste versorgen sich selbst, denn jeder Bungalow hat eine komplette Küche und ein Grill auf der Terrasse. Das Springbok Stroganoff und Kudu Gulasch sind hervorragend. Auf unserer Terrasse trinken wir noch ein Glas Rotwein und betrachten den Sternenhimmel.

31.10.2019

Nach 11 Stunden Flug landen wir um 8 Uhr Ortszeit in Kapstadt. Da am letzten Wochenende in Deutschland die Uhren eine Stunde zurück auf Winterzeit gestellt wurden, haben wir jetzt eine Stunde Zeitverschiebung. Wir stellen die Uhren wieder eine Stunde vor.

Nach der Passkontrolle bekommen wir zügig unsere Koffer und holen unseren Mietwagen, einen Toyota Hilux mit Doppelkabine und Aufbau. Und natürlich ist er weiß, wie die meisten Fahrzeuge hier. Schnell finden wir den Weg raus aus Kapstadt zur N7. Auf den ersten 50 Kilometer halten uns viele Baustellen auf. Dann geht es zügig voran. In Citrusdal verlassen wir die N7 und fahren östlich des Olifants-Rivers auf einer Schotterstraße. Landschaftlich sehr schön, die Cederberge haben angefangen. Citrusdal hat seinen Namen von den vielen Zitrusfrüchten, die hier angebaut werden. Nach 280 km erreichen wir unser erstes Etappenziel, die kleine Stadt Clanwilliam. Im Teehaus Roibus Tea testen wir den nur von hier stammenden Rooibostee. Dabei erfahren wir, dass der Tee nur mit 70 °C heißen Wasser aufgebrüht wird. In den Cedernbergen herrschen ideale Bedingungen für den Rooibos Anbau. Der Boden ist leicht sauer und sandig. Der durchschnittliche Niederschlag beträgt 250 bis 400 mm pro Jahr. Dabei ist es wichtig, dass das Regenwasser schnell ablaufen kann, da die Pflanze keine Staunässe verträgt. Die Anbaubedingungen für den Rotbusch scheinen nur in Südafrika ideal zu sein. Versuche die Pflanze in anderen Ländern und Kontinenten zu kultivieren sind bisher gescheitert. Geerntet wird von Januar bis April. Dann beginnen sich die grünen Nadeln vom Stamm ausgehend rötlich zu färben. Wenn die Färbung die Astspitzen erreicht hat, ist die Pflanze erntereif. Wir sehen unterwegs nur sehr trockene Sträucher.

Zum Sonnenuntergang fahren wir auf den 905 m hohen Pakhuis-Pass, eine beeindruckende Felslandschaft zeigt sich uns und die Sonne färbt die Felsen rotbraun.

Am nächsten Morgen starten wir nach einem reichhaltigen Frühstück weiter Richtung Norden. Zuerst fahren wir noch einige Kilometer an Zitrusbäumen und Weinplantagen vorbei, bevor die Landschaft immer trockener wird. Weil wir dringend tanken müssen, fahren wir in den kleinen Ort Garies und staunen, dass es hier 3 Gästehäuser gibt. Aber zur Hauptblütezeit im August und September fungiert Garies als „Tor zum Namaqualand“. Je näher wir nach Springbok kommen, fängt das hügelige Bergland wieder an. Springbok ist umgeben von hohen Granitfelsen. Auch unsere Blue Diamond Lodge ist eingebettet zwischen Granitfelsen mit einem Aussichtspunkt, von dem wir die Stadt überblicken können. Den Namen hat die Stadt von großen Springbokherden, die einst an einer Quelle tranken. Doch sie wurden durch die Ausbeutung der Kupferminen Mitte des 19. Jahrhunderts vertrieben. Kupfer wird auch heute noch abgebaut.